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TÜV-Zertifikat
»Ehre Vater und Mutter, auf dass du lange lebest auf dem Boden, 
den der Ewige, dein G'tt, dir geben wird« (2. B.M. 20:12)

»Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3. B.M. 19:18)

Gelebtes Judentum

Ein jüdisches Zuhause

Im Jüdischen Seniorenheim Hannover wird Judentum gelebt. Mesusot, traditionelle Gegenstände und Wanddekorationen vermitteln bereits beim Betreten des Hauses das Gefühl, ein jüdisches Zuhause vorzufinden. Unser Heim steht jedoch Menschen jeder Herkunft und Konfession offen

Wir gestalten unseren Alltag im Einklang mit dem jüdischen Kalender: Höhepunkt der Woche ist der Kiddusch zu Beginn des Schabbats. Aber auch die weiteren Feiertage begehen wir festlich. Gerne sind wir unseren Bewohnern dabei behilflich, den G'ttesdienst in der angrenzenden Synagoge aufzusuchen. Unser Leitfaden ist das traditionelle Judentum. 

Als wesentlichen Bestandteil eines jüdischen Heimes führen wir eine koschere Küche. Sie steht unter Aufsicht eines Maschgiach der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland (ORD). Zudem integrieren wir jüdische Inhalte in unser Betreuungsangebot. Lebendiges Judentum ist dabei stets ein freiwilliges Angebot an alle interessierten Bewohner.
Bild einer Menorah

Zedaka

Das jüdisches Gebot der Mildtätigkeit

Zedaka bedeutet für uns Leitgedanke, Auftrag und Verbindung mit den Generationen vor und nach uns. Konkret heißt das, wir unterstützen unsere Bewohner durch Pflege und Betreuung darin, ihr Leben so selbstbestimmt und unabhängig wie möglich zu gestalten. 

Das moderne Judentum versteht Zedaka als Mildtätigkeit, ursprünglich bezeichnete sie jedoch Gerechtigkeit. Unsere Weisen erläutern, dass die ganze Erde dem Ewigen gehört und jeder Mensch das gleiche Recht auf Teilhabe an der Schöpfung hat. Der Reichere soll daher durch Gaben für ausgleichende Gerechtigkeit sorgen. 

Zedaka gilt als Mitzva (Gebot) von außerordentlichem Stellenwert. Jeder Jude ist dazu verpflichtet, ausgenommen ist nur, wer sich nicht selbst ernähren kann. Auch die Größe und die Art der Mildtätigkeit wurden von unseren Rabbinern festgelegt. Der Gebende ist außerdem angehalten, freundlich und diskret zu handeln. Keinesfalls darf der Empfänger beschämt werden. 

Der mittelalterliche Gelehrte Maimonides lehrt uns: Die höchste Form von Zedaka besteht darin, den Hilfebedürftigen durch Darlehen, Beschaffen einer Arbeit oder Eingehen einer Partnerschaft mit ihm unabhängig von Hilfe zu machen. Diesen Auftrag üben wir täglich mit Freude aus. So werden wir zum Partner der uns anvertrauten Menschen bei der Sicherung ihrer Würde und Lebensfreude.
Bild Tefilin

Mitgliedschaften

Zwei starke Institutionen

Das Jüdische Seniorenheim versteht sich als engagiertes Mitglied der jüdischen Gemeinschaft. Wir wollen ein Bindeglied sein zwischen unseren Bewohnern und der Gesellschaft und gleichzeitig zum jüdischen Leben dieses Landes beitragen.

Dies gelingt uns dank der Einbindung in zwei starke Institutionen: die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland und den Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen. Die Zentralwohlfahrtsstelle repräsentiert uns als unabhängige Einrichtung der Freien Wohlfahrt. Der Landesverband wiederum übernimmt unsere politische Interessenvertretung. Beide sind für uns unverzichtbare Partner, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen.
Bild mit Passach, Haggada, Siddur

Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V. 

Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V. 
Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) ist einer der sechs großen Wohlfahrtsverbände Deutschlands und Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW). Die ZWST vertritt 17 Landesverbände, insgesamt 105 Gemeinden sowie den Jüdischen Frauenbund. Ihre Hauptgeschäftsstelle befindet sich in Frankfurt am Main. Zentrale Anliegen der ZWST sind Sozialarbeit sowie die Förderung stabiler Gemeindestrukturen und jüdischer Identität. 

2017 konnte die ZWST auf eine hundertjährige Geschichte zurückblicken. 1917 in Berlin als „Zentralwohlfahrtstelle der deutschen Juden“ gegründet, bestand ihr Ziel auf Betreiben Bertha Pappenheims zunächst darin, soziale Organisationen zusammen zu schließen. 1939 kam es zur Zwangsauflösung durch die Nationalsozialisten, jedoch gelang 1951 die Neugründung.  Das Augenmerk lag nun in erster Linie auf der Versorgung der Überlebenden der Schoa. Im Laufe der Jahrzehnte wurde dieser Schwerpunkt erweitert, insbesondere um die Integration der Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion. 

Die Arbeit der ZWST basiert auf dem Konzept von Zedaka, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Weiterbildung und Qualifizierung sollen Menschen in die Lage versetzen, zum Wohle der jüdischen Gemeinschaft tätig zu werden. Das Programm umfasst Kinder- und Jugendveranstaltungen, Hilfestellung für Zuwanderer, Überlebende und Behinderte, sowie Angebote für Gemeindeangestellte und Ehrenamtliche. Die ZWST betreibt zu diesen Zwecken verschiedene Zweig- und Beratungsstellen, ein Veranstaltungsheim in Bad Sobernheim sowie das Kurhotel Eden Park in Bad Kissingen.

Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen K.d.ö.R.

Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen K.d.ö.R.
Der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen stellt als Dachverband die Vertretung von insgesamt 12 jüdischen Gemeinden sowie unserer Einrichtung dar. In dieser Eigenschaft ist er Mitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland. Er fungiert als Ansprechpartner und Repräsentant gegenüber Politik, Institutionen und Öffentlichkeit. Unter seinen Mitgliedsgemeinden befinden sich eigenständige liberale, konservative und orthodoxe Gemeinden. 

Den Anstoß zur Gründung eines Landesverbandes gab die Notwendigkeit, eine zentral organisierte Vertretung der jüdischen Nachkriegsgemeinden in Niedersachsen zu schaffen. Als zahlenstärkste Gemeinde übernahm Hannover zunehmend die Rolle des Repräsentanten nach außen. Es wurde 1950 Gründungsort und ist bis heute Sitz des Landesverbandes. Vorsitzende wie Norbert Prager, Siegmund Fischel und seit 1980 Michael Fürst tragen hohen Verdienst an seiner Entwicklung. 

Seine Hauptaufgaben sieht der Landesverband in der Geschäftsführung, Sozialarbeit, Integration der Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion, Öffentlichkeitsarbeit und der rechtlichen Vertretung seiner Mitgliedsgemeinden. Des Weiteren verwaltet er über 200 pflegeverwaiste jüdische Friedhöfe sowie ein Archiv zum Thema Jüdisches Leben im Landrabbinat Hannover und heutigem Niedersachsen der letzten 250 Jahre. Der Vorstand beruft zudem einen Landesrabbiner, der in religiösen Fragen unterstützend berät.

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